11.11.2026
16:20 - 17:05
Track
Processes & Workflows
Stage 2
Christin Stormer
Bundesverwaltungsamt
Sina Schmid
Bundesverwaltungsamt
Nutzungsorientierte Barrierefreiheitstests – Chancen und Herausforderungen
Nicht nur für die öffentliche Verwaltung ist digitale Barrierefreiheit gesetzlich vorgeschrieben – seit 2025 steht durch das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) auch die Privatwirtschaft in der Verantwortung.
Um die gesetzlichen Anforderungen auch im Programm der Dienstekonsolidierung Bund (2018–2025) umzusetzen, wurden Standards zur Einhaltung und Gewährleistung von digitaler Barrierefreiheit entwickelt. Dabei wurde erstmals ein Standardvorgehen für nutzungsorientierte Barrierefreiheitstests etabliert. Dies wurde hauptverantwortlich vom Bundesministerium des Innern und für Heimat (seit 2025: Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung) gemeinsam mit dem Bundesverwaltungsamt durch die Entwicklung eines Leitfadens realisiert. Im Leitfaden ist das Vorgehen zur Planung, Durchführung und Aufarbeitung eines nutzungsorientierten Barrierefreiheitstests innerhalb der Dienstekonsolidierung beschrieben.
Doch was sind nutzungsorientierte Barrierefreiheitstests und warum sind sie wichtig? Eine als BITV-konform getestete IT-Lösung kann nur „vermuten", dass sie barrierefrei ist. Es kann also sein, dass die IT-Lösung trotz positivem Ergebnis nicht barrierefrei ist. Ein nutzungsorientierter Test kann die Lücke zwischen einer technischen, standardisierten Testung und einem „echten" Nutzenden schließen. Dabei ist es wichtig, betroffene Nutzendengruppen als Expertinnen und Experten in eigener Sache einzubinden.
In unserem Beitrag werden wir auf folgende Herausforderungen bei der Planung und Durchführung eines nutzungsorientierten Tests eingehen und unsere Erfahrungen schildern:
- Wie kann ein Testpool aus betroffenen Nutzenden aufgebaut werden?
- Welche Voraussetzungen gibt es bei einem nutzungsorientierten Barrierefreiheitstest?
- Was ist bei der Vorbereitung der Testung zu beachten?
- Welche Fragen sind während der Vorbereitung und Durchführung des Tests bei Kolleginnen und Kollegen aufgetreten?
- Wie soll mit gefundenen Barrieren umgegangen werden?
Wir laden Sie ein, an unseren Erkenntnissen teilzuhaben und freuen uns auf einen regen Austausch.
Christin Stormer, Bundesverwaltungsamt
Nach dem Masterstudium „Gesundheit und Diversity in der Arbeit" an der Hochschule für Gesundheit in Bochum unterstützte ich das Projekt SHUFFLE (Hochschulinitiative Digitale Barrierefreiheit für Alle) als Projektmitarbeiterin an der Universität Bielefeld. Begeistert vom Thema digitale Barrierefreiheit zog es mich nach Berlin zum Bundesverwaltungsamt. Dort berate und unterstütze ich seit 2023 Projekte in der Umsetzung von digitaler Barrierefreiheit in IT-Lösungen für die Bundesverwaltung.
Sina Schmid, Bundesverwaltungsamt
2013–2020: Referentin/Referatsleiterin in der Organisations- und Digitalisierungsberatung im BVA
01/2021–04/2026: Referatsleiterin im Bereich Unterstützung und Beratung von Maßnahmen der Dienstekonsolidierung
seit 05/2026: Referatsleiterin im Bereich Produkt- und Maßnahmenverantwortung für die Gemeinsame IT des Bundes (GIB) im BVA.