11.11.2026
15:05 - 15:50 Uhr

Tutorial
People & Teams

Stage 1

Bettina Buchholz
Mitglied des ASQF e.V. - Fachgruppe Softwaretest Rhein-Main & Fachgruppe KI

Beate Boenigk
Deutsche Bahn

Wenn KI auf Klemmbausteine trifft: Testen mit KI zwischen Hype und Nutzen (Teil 2)

Zielgruppe: Alle, die bei „KI im Test" nicht nur nicken, sondern mitreden wollen
Vorwissen: Erste Gehversuche mit KI im Test helfen, Skepsis und Humor auch

Künstliche Intelligenz im Testing findet man aktuell überall: in Keynotes, in Tool-Demos, in Strategiepitches und manchmal auch schon ein kleines bisschen im Projektalltag.

Zwischen großen Versprechen („KI automatisiert alles!") und ernüchternder Realität („Warum ist das Ergebnis jetzt anders?") bewegen sich viele Teams irgendwo im Spannungsfeld zwischen Begeisterung, Skepsis, leichter Überforderung und keinem gemeinsamen Ziel.

Kurz gesagt: Alle reden über KI im Testing, aber was davon ist eigentlich wirklich sinnvoll?

Genau hier setzt dieses Tutorial an.

Statt weiterer Buzzwords oder Folien bauen wir uns ein gemeinsames Verständnis – im wahrsten Sinne des Wortes. Mit Klemmbausteinen (inspiriert von LEGO® Serious Play©) arbeiten die Teilnehmenden aktiv an der Frage: Wo stehen wir mit KI im Test eigentlich heute? Und wie sieht unsere gemeinsame Vision aus?

Wir starten mit einem kurzen Warmup, denn haben Sie Ihre Meinung schon einmal anderen mit Klemmbausteinen mitgeteilt? Das geht!

Dann geht es ans Bauen: Zunächst modelliert jede Person ihre eigene Sicht auf „KI im Testing heutzutage". Wie fühlt sich das Thema aktuell an? Eher wie ein stabiles System oder wie ein wackeliger Turm kurz vor dem Einsturz? Oder vielleicht ganz anders?

Anschließend werden die individuellen Modelle in Kleingruppen zusammengeführt. Gemeinsam entsteht ein Bild davon, wo unsere aktuellen Handlungsfelder wirklich liegen, und es eröffnet sich so ein gemeinsames Verständnis.

Dabei wird schnell klar: Nicht alles, was glänzt, ist Gold (und nicht jedes KI-Feature rettet die Teststrategie).

Im nächsten Schritt bauen die Gruppen ihre Vision: Wie könnte ein sinnvoller, realistischer Einsatz von KI im eigenen Kontext aussehen? Was würde echten Mehrwert bringen – und was wäre eher „Buzzword mit Beinen"?

Die entstandenen Modelle dienen als Grundlage für moderierte Diskussionen und Reflexion:

  • Wo hilft KI wirklich und wo eher nicht?
  • Welche Voraussetzungen brauchen wir, damit KI im Testing funktioniert?
  • Welche Risiken und Missverständnisse begegnen uns immer wieder?
  • Und ganz pragmatisch: Was wäre ein sinnvoller nächster Schritt im eigenen Umfeld?

Das Tutorial lebt vom Austausch: Unterschiedliche Perspektiven aus Entwicklung, Test und Management treffen aufeinander und werden buchstäblich sichtbar gemacht. Durch das „Denken mit den Händen" entstehen oft überraschende Einsichten, die in klassischen Diskussionen verborgen bleiben.

Am Ende nehmen die Teilnehmenden keine abstrakten KI-Versprechen mit nach Hause, sondern:

  • die Erfahrung, wie Klemmbausteine die Diskussion anregen und neue Perspektiven schaffen können
  • ein Verständnis für Einsatzmöglichkeiten von KI im Testing durch voneinander Lernen
  • konkrete Ideen, wie sie das Thema in ihrem eigenen Kontext weiter vorantreiben können

Und ganz nebenbei zeigt sich: Über komplexe Themen lässt sich manchmal am besten diskutieren, wenn man sie einfach mal zusammenbaut.

Bettina Buchholz, Mitglied des ASQF e.V. - Fachgruppe Softwaretest Rhein-Main & Fachgruppe KI

Ich bin eine QA- & Test-Strategin.
Quality Assurance ist meine Leidenschaft und diese lebe ich beruflich aus. 
Seit vielen Jahren unterstütze ich die Transformation und Neuausrichtung der QA und Testaktivitäten in unterschiedlichen Firmen, ob als QA-Strategin oder als Product Ownerin QA & Testautomatisierung. 
Auch im ASQF bin ich als stellv. Fachgruppenleitung der Fachgruppe Softwaretest Rhein-Main sowie in der Fachgruppe Künstliche Intelligenz (Team: Testen mit KI), aktiv.
Für mich ist dabei der spielerische Aspekt in der Arbeit wichtig, denn mit Spaß geht doch alles viel leichter und stärkt den Teamzusammenhalt.

Beate Boenigk, Deutsche Bahn

Seit 20 Jahren arbeite ich im Bereich Test und Qualitätssicherung in der IT. Mein Fokus liegt auf der Übersetzung und Umsetzung theoretischer Modelle in wirksame Praxis – insbesondere dort, wo Standards und Methoden an reale Systemlandschaften, organisatorische Rahmenbedingungen und Zeitdruck stoßen. Qualitätssicherung findet sich im gesamten Softwarelebenszyklus: querschnittlich, kontextabhängig, stark durch agile Vorgehensweisen geprägt und nur begrenzt direkt steuerbar.

Für mich ist Qualitätssicherung ein hoch kreativer Prozess: Es geht darum, die geheimen Wünsche hinter den Anforderungen zu verstehen, Erwartungen gezielt zu übertreffen und mit messbaren, relevanten Projektergebnissen zu überzeugen.