11.11.2026
15:05 - 15:50 Uhr

Workshop
Processes & Workflow

Stage 2

Sven Braxein
TestGilde GmbH

Stephan Gianonatti
TestGilde GmbH

KI als Richter im Testprozess: Neue Maßstäbe für Testfallqualität

Die Qualität von Testfällen im Testfallerstellungsprozess ist ein entscheidender Faktor für die Wirksamkeit von Qualitätssicherung in Softwareprojekten. Doch wie lässt sich objektiv beurteilen, ob eine Menge von Testfällen ein Testobjekt (z. B. eine Story oder ein Feature) wirklich umfassend abdeckt? Und wie können Lücken, Redundanzen oder blinde Flecken systematisch identifiziert werden?

In diesem interaktiven Workshop stellen wir ein KI-basiertes System vor, das genau diese Fragestellungen adressiert. Im Zentrum steht ein sogenannter „Judge" – eine KI-Komponente, die auf Basis definierter Testziele (Metriken) bewertet, wie gut eine gegebene Menge von Testfällen ein Testobjekt abdeckt. Dabei werden die Testziele aus dem ISTQB-Syllabus (fachliche Überdeckung inkl. Randfällen, Auslösen von Fehlerwirkungen, Abdeckung rechtlicher Aspekte etc.) und die Qualitätsmerkmale aus der ISO 25010 berücksichtigt.

Nach einer kompakten Einführung in das zugrunde liegende Konzept und die verwendeten Bewertungsmetriken geht es direkt in die Praxis: Die Teilnehmenden sind eingeladen, eigene fachliche Beschreibungen sowie dazugehörige Testfälle mitzubringen. Diese realen Beispiele werden im Workshop gemeinsam in das System eingespeist und automatisch analysiert.

Die Ergebnisse der KI-Bewertung dienen anschließend als Ausgangspunkt für eine moderierte Diskussion. Gemeinsam reflektieren wir:

  • Wie gut stimmen die KI-Bewertungen mit der eigenen Einschätzung überein?
  • Welche neuen Perspektiven auf Testqualität ergeben sich?
  • Wo zeigt der Judge bislang unerwartete Stärken oder Schwächen?
  • Wie könnten die Metriken weiterentwickelt oder angepasst werden?

Der Workshop versteht sich bewusst als kollaboratives Format: Neben der Vorstellung eines innovativen KI-Ansatzes zur Testfallbewertung steht der Erfahrungsaustausch im Vordergrund. Die Teilnehmenden erhalten nicht nur konkrete Impulse zur Verbesserung ihrer eigenen Testfälle, sondern wirken aktiv an der Weiterentwicklung des vorgestellten Ansatzes mit.

Zielgruppe sind Testmanager/-innen, QA-Verantwortliche, Entwickler/-innen sowie alle, die sich mit der Qualität und Wirksamkeit von Softwaretests beschäftigen.

Vorkenntnisse im Bereich KI sind nicht erforderlich. Wichtig ist die Bereitschaft, eigene Beispiele einzubringen und sich aktiv an der Diskussion zu beteiligen.

Mehrwert für die Teilnehmenden:

  • Einblick in einen innovativen KI-gestützten Ansatz zur Testfallbewertung
  • konkretes Feedback zu eigenen Testfällen
  • neue Impulse zur systematischen Verbesserung der Testfallqualität
  • Austausch mit Fachkollegen/-innen zu Best Practices und Herausforderungen

Der Workshop verbindet Theorie und Praxis auf anschauliche Weise und macht Testqualität durch KI-Unterstützung greifbar und diskutierbar.

Sven Braxein, TestGilde GmbH

Sven Braxein ist Gründer und Geschäftsführer der 2008 gegründeten TestGilde GmbH.
Er arbeitet seit 30 Jahren in der Beratung von IT-Projekten mit Fokus auf Software Qualitätssicherung und Test. Sein Schwerpunkt liegt im Testmanagement für Großprojekte sowie in der Konzeption und Umsetzung unternehmensweiter Testmanagementstrukturen.
Wenn es das Thema Qualität und Test noch nicht gäbe, für ihn müsste es erfunden werden.

Stephan Gianonatti, TestGilde GmbH

Stephan Gianonatti ist Partner der TestGilde GmbH und seit über 30 Jahren in der IT in verschiedenen Management- und Beratungsfunktionen tätig. In den letzten Jahren lag sein Schwerpunkt in der Leitung von großen Testprojekten im agilen Umfeld. Davor war er im Linienmanagement in verschiedenen Positionen tätig. Als Manager Testing bei der einer großen Bank in Neuseelands leitete er ein internationales Team und davor war er als Bereichsleiter für ein weltweit operierendes Großhandelsunternehmen für verschiedene Qualitätssicherungs- und Entwicklungsteams verantwortlich. Nach seinem Studium der Mathematik und Informatik arbeitete er 10 Jahre für ein großes deutsches Beratungshaus.