12.11.2026
14:05 - 14:35 Uhr

Impuslvortrag
Processes & Workflows

Stage 2

Kathrin Siegmann
Kathrin Siegmann Coaching & Training

Digitale Müllhalden vermeiden: Anforderungsmanagement mit Jira & Confluence

Viele Teams nutzen Jira und Confluence für ihre Produktentwicklung – doch ohne klare Struktur entstehen schnell digitale Müllhalden, in denen Backlogs, Tickets und Wikiseiten unübersichtlich werden, Prioritäten verschwimmen und Anforderungen schwer prüfbar sind. Das erschwert die Nachvollziehbarkeit und kann die Softwarequalität erheblich beeinträchtigen.

Hintergrund und Kontext:

Der Vortrag basiert auf Erfahrungen aus 15 Jahren Projektarbeit in mittelgroßen bis großen Softwareteams (5–20 Personen), aus Produktentwicklungsprojekten in E-Commerce und Digitalplattformen sowie aus Behördendigitalisierungsprojekten. Die Einblicke stammen vorwiegend aus der Perspektive der Projektleitung und des Anforderungsmanagements und umfassen mindestens drei größere Softwareprojekte sowie zahlreiche begleitende Initiativen im Tagesgeschäft.

Lösungsansatz/Methode:

Anhand eines konkreten Projektbeispiels wird gezeigt, wie Jira und Confluence integriert für das Anforderungsmanagement genutzt werden können: Anforderungen werden vom ersten Kundenimpuls über Analyse, Review und Umsetzung bis zum Akzeptanztest nachvollziehbar im System abgebildet. Jira-Workflows strukturieren den Lebenszyklus von Tickets, während Confluence als zentrale Dokumentations- und Kollaborationsplattform dient. Prozesse zur Pflege, Priorisierung und Transparenz helfen dabei, dass Backlogs nicht zu digitalen Müllhalden verkommen, sondern als effizientes Werkzeug für QS und Testbarkeit genutzt werden.

Lessons Learned:

Frühzeitige Reviews und eine klare Rollenverteilung erhöhen die Prüfbarkeit und Nachvollziehbarkeit von Anforderungen. Standardisierte Workflows verhindern Inkonsistenzen und reduzieren Nachfragen im Team. Ohne regelmäßige Pflege von Backlog und Wiki droht die „digitale Müllhalde", die Qualität und Effizienz senkt.

Übertragbarkeit:

Der Ansatz ist auf andere agile Softwareprojekte übertragbar, insbesondere dort, wo Jira und Confluence bereits im Einsatz sind und die Teams zwischen 5 und 20 Personen groß sind. Einschränkungen ergeben sich in stark regulierten Umgebungen oder Projekten mit sehr hohen Anforderungen an formale RE-Tools, wo ergänzende, spezialisierte Werkzeuge nötig sein könnten.

Teilnehmende erhalten konkrete Impulse, wie Tools, Workflows und organisatorische Maßnahmen kombiniert werden können, um Softwarequalität zu sichern und die Effizienz von Teams langfristig zu steigern.

Kathrin Siegmann, Kathrin Siegmann Coaching & Training

Kathrin Siegmann (früherer Nachname: Herrmann) ist seit über 19 Jahren als Requirements Engineer/Business Analystin, Scrum Master, Product Owner, Softwareentwicklerin und Projektmanagerin in Softwareprojekten tätig. Sie hat u. a. Branchenerfahrung in den Bereichen Raumfahrt, militärische Projekte, Handel und E-Commerce, Augenoptik, Ver- und Entsorgungswirtschaft, Wohnungswirtschaft, Logistik, Softwarevertrieb und Call-Center. Sie versteht sich als Brückenbauerin zwischen Technik und Business sowie zwischen agilen und klassischen Kontexten. Die Frage, wie gemeinsam ein guter Produktnutzen geschaffen und hochqualitative Software entwickelt werden kann, treibt sie dabei um.