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Testen wir richtig? Ergebnisse der Umfrage 2015/16: Softwaretest in Praxis und Forschung

Zum Jahreswechsel 2015/16 wurde die Umfrage »Softwaretest in Praxis und Forschung« unter der wissenschaftliche Leitung von Prof. Dr. Karin Vosseberg, Hochschule Bremerhaven, Prof. Dr. Andreas Spillner, Hochschule Bremen und Prof. Dr. Mario Winter, Technische Hochschule Köln durchgeführt. Gefördert wurde die Umfrage vom German Testing Board und vom Swiss Testing Board. Außerdem haben das Austrian Testing Board, der ASQF e.V., der bitkom e.V. sowie die Fachgruppe TAV der Gesellschaft für Informatik e.V. die Umfrage mit Werbung aktiv unterstützt.
Ermittelt wurde, was sich in den letzten Jahren - seit der »Umfrage 2011: Softwaretest in der Praxis« - konkret verändert hat und wo Nutzen, Stärken aber auch Defizite in Praxis und Forschung im Bereich der Qualitätssicherung liegen. Die Umfrage 2015/16 zu Entwicklungen und Trends im Bereich Testen und Qualitätssicherung gibt einen 360°-Blick vom Management über das operative Testen bis hin zu Forschungsfragen. Mit den Ergebnissen der Umfrage stehen aktuelle Grundlagen für ein Benchmarking zur Verfügung und Impulse für eine praxisorientierte Ausrichtung der Forschung sowie der Aus- und Weiterbildung.

Die Umfrage war in drei Teile gegliedert: Management, operative Bereich sowie Forschung. Im Schnitt haben 150 Managerinnen und Manager, 500 Testende bzw. Entwickelnde und knapp 100 Forschende die jeweiligen Fragen beantwortet.

Im Vortrag werden beispielsweise folgende Fragen beantwortet:

  • Was hat sich seit 2011 konkret im Bereich Qualitätssicherung verändert?
  • Worin unterscheidet sich die Einschätzungen zur Qualitätssicherung zwischen Management und operativem Testen?
  • Wie gut haben innovative Ansätze (z.B. Modellbasierter Test) Einzug in den Testalltag gefunden?
  • In welchem Umfang werden agile Praktiken eingesetzt?
  • Was sind die Herausforderungen der Zukunft?
  • Wo sehen die Forschenden erhöhten Forschungsbedarf und wo sehen sie keinen?

Erste Auswertungen ergeben: Agilität hat an Bedeutung weiter zugenommen, dies aber nicht nur in Reinform. Unabhängig von den Prozessen sind agile Praktiken im Entwicklungs- und Testalltag von großem Interesse – auch im plan-/phasenorientierten Projekten wird den agile Praktiken eine hohe Bedeutung für die Qualitätssicherung beigemessen. Die Anzahl der Projekte, die ohne ein Vorgehensmodell abgewickelt werden, hat im Vergleich zu 2011 weiter abgenommen. Dies ist auch gut so, denn schlechte Qualität, die ohne Vorgehensmodell entsteht, kann erneut belegt werden.
Interessanterweise erleben Testende und Entwicklende unabhängig vom Vorgehensmodell eine hohe Kundenzufriedenheit, es werden nur noch wenige schwerwiegende Fehler ausgeliefert, sie schätzen die Effektivität ihrer Testfälle hoch ein und trotzdem glauben die Hälfte, dass sie nicht genug getestet haben. Offensichtlich fehlt hier eine gute Einschätzung zur Wirksamkeit der getroffenen Qualitätssicherungsmaßnahmen. Diese Annahme bestätigen auch die Forschenden.

Prof. Dr. Karin Vosseberg, Hochschule Bremerhaven

Prof. Dr. Karin Vosseberg arbeitet seit 1987 als Informatikerin schwerpunktmäßig in den Bereichen Betriebssysteme und Softwaretechnik. Sie hat an der Universität Bremen zum Thema »Sicherheit in Informationssystemen« promoviert und war im Projekt »Informatica Feminale« in Curricula-Entwicklungen der Informatik aktiv mit dem besonderen Blickwinkel ein Informatikstudium für Frauen und Männer gleichermaßen attraktiv zu gestalten. Anschließend war sie mehrere Jahre in der Unternehmensentwicklung der Commerz Systems GmbH mit einem Schwerpunkt Qualitätsmanagement beschäftigt. Seit 2009 arbeitet sie als Hochschullehrerin an der HS Bremerhaven im Bereich IT-Systemintegration mit dem Fokus auf Qualität in der Softwareentwicklung. Seit 2015 ist sie als Konrektorin in der Hochschulleitung. Sie ist Mitglied im ASQF-Präsidium und Wissenschaftspartnerin der Softwareforen, Leipzig.