Reinventing Quality

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Lean Inspections - Nachweislich erfolgreiches Testen von Beschreibungen

Möchte man Fehler verhindern (Crosby: "Defects that aren't here cannot be missed."), so setzt man bekanntermaßen früh an im Prozess der Produktentwicklung, schon in den ersten Beschreibungen dazu und den Anforderungen. Lean Inspections (Gilb), eine Adaption der Statistical Quality Control (Shewart, ca. 1920) setzt genau dort an. Alles, was beschrieben wurde, lässt sich nach dieser Methode inspizieren. Das gilt auch für Code, was allerdings nicht Gegenstand des Vortrags ist, sondern alle anderen Arten von Beschreibungen. Ich demonstriere anhand eines Praxisbeispiels (Use Case-Beschreibungen) aus einem realen Projekt, wie wir mit den Lean Inspections einen ROI von 4:1 erzielt haben. Viele andere Qualitäts-Kennzahlen wurden in diesem Projekt erhoben und sind im Vortrag zu sehen.

Ich werde damit einen klaren numerischen Nachweis (Zahlen, Daten, Fakten) für die Effektivität und Effizienz erbringen, die Methode nicht nur in netten Worten beschreiben.

Untersucht habe ich als QM im Projekt zwei Fragestellungen:

  1. Wie schneiden Lean Inspections im Vergleich mit Reviews ab?
  2. Falls sinnvoll, in welcher Reihenfolge verwendet man beide Methoden sinnvoll?

Aus Sicht der QS wissen wir bereits, dass Reviews, Walkthroughs oder normale Inspektionen (Fagan) nur maximal ca. 40% aller vorhandenen Fehler entdecken helfen. Wir wissen auch, dass die meisten Beschreibungen 20-80 Fehler pro Seite aufweisen, selbst nachdem jemand einen QS-Stempel daraufgesetzt hat. Das geht deutlich besser!

Ein Teil der möglichen Verbesserungen ergibt sich aus dem Perspektivwechsel: QS dient nicht dem Auffinden der Fehler, sondern dem Messen der Produktqualität. Der überraschende Erfolg der Lean Inspections fußt allerdings auf dem Lernerfolg, den Autoren und Inspektoren erleben: Die Reduktion der produzierten Fehlerdichte um rund die Hälfte nach jeder einzelnen Inspektion, die jeweils eine Stunde oder weniger Aufwand bedeutet.

Rolf Götz, Haufe-Lexware GmbH & Co. KG

Seit 1997 bin ich als Requirements Engineer unterwegs. Zuerst als Berater, Trainer, Autor bei den SOPHISTen, dann in verschiedenen RE-Rollen und als Agilist bei der Deutschen Post und Tochtergesellschaften, nun als Bereichsleiter für RE bei der Haufe Gruppe in Freiburg.