Reinventing Quality

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Allzu oft beschränkten sich in der Vergangenheit detaillierte Anforderungen auf den funktionalen Teil des Systems. Für die Usabilty wurden noch Aussagen wie "leicht zu erlernen", "sollte anwenderfreundlich sein" und "nicht langsamer als der Vorgänger" spendiert. Nützliche Anforderungen an die Usability werden aber zum Glück in allen Bereichen der Softwareentwicklung in den letzten Jahren immer bedeutsamer.

Was aber oft "nur" ein Verkaufsargument darstellt, ist in manchen Branchen buchstäblich lebenswichtig.

Im Bereich der Medizintechnik zum Beispiel können Nutzungsfehler aufgrund schlechter Usability sehr leicht eine Gefahr für Leib und Leben werden.
Die Frage ist nur, wie verwertbare Anforderungen an die Usability eines Produkts frühzeitig gefunden werden können, um solche gefährliche Situationen gar nicht erst aufkommen zu lassen.

Ein möglicher Weg wird in der dieses Jahr freigegebenen neuen Fassung der IEC 62366-1:2015 aufgezeigt. Durch eine Fokussierung auf die sogenannten "Hazard-Related Use-Scenarios" sollen Entwicklungs- und Testressourcen auf die kritischen Punkte der Usability konzentriert werden. Dabei wird der komplette Bogen von den Grundlagen für die Anforderungen bis zum abschließenden Test gezogen.

Der Vortrag zeigt zunächst auf, warum selbst fehlerfreie Software trotzdem Menschenleben gefährden kann, wenn die Usability nicht ausreichend behandelt wurde. Im nächsten Schritt wird dann erklärt, was "Hazard-Related Use-Scenarios" eigentlich sind, um danach aufzuzeigen, wie sie helfen können, bessere Usability-Anforderungen zu finden. Auch die Verbindung zum Risikomanagement spielt dabei eine wesentliche Rolle. Abschließend erfolgt noch ein Überblick darüber, was die 62366-1 zum Thema Testen der Usability zu sagen hat.

Ziel des Vortrages ist es, nicht nur das Interesse für die neue Fassung der IEC 62366-1 zu wecken, sondern auch nützliche Denkanstöße für die Erstellung von Usability-Anforderungen zu bieten.

Arnd Pehl, imbus AG

Arnd Pehl arbeitet als Senior Testberater und Trainer seit 2006 für die imbus AG. Der ISTQB Certified Tester (Full Advanced Level) hat langjährige Erfahrung als Testmanager und Testarchitekt in IT-Projekten im medizinischen Umfeld. Als Prozessberater beschäftigt er sich vor allem mit den Test betreffende Normen, insbesondere deren Anwendung in der Medizintechnik. Aktuelle Arbeitsthemen sind weiterhin Testautomatisierung und Testdatenmanagement.