Thema: Werkzeuge für Software-QS und -Test

09:35 - 10:20

Methodik und Werkzeuge zur kontinuierlichen Integration auf der Grundlage einer FMEA-Datenbasis

Dr. Markus Stulle, IFS Informationstechnik GmbH

Kontinuierliche Integration (Continuous Integration, CI)) von Software gewährleistet eine hohe Kongruenz von Produktmerkmalen und Kundenerwartungen, viel höher, als sie z.B. aus dem Einsatz des V-Modells resultiert. KI erfordert jedoch eine sorgfältige Prozessdefinition und den Einsatz leistungsfähiger Werkzeuge, damit ein sehr gutes Produktnutzungserlebnis nicht durch mangelnde Softwarequalität gefährdet wird.
Die FMEA (Failure Mode and Effects Analysis) eines Softwareprodukts stellt Anwendungsfälle, Fehlerbilder, Testkriterien und Systemtestfälle einer Anwendungsdomäne in Relation zueinander. Die Analyse liefert auch den Abhängigkeitsgraph der Anwendungsfälle und ermöglicht die Berechnung einer Risiko-Prioritätszahl (RPZ) für geplante Änderungen am Quelltext eines Produkts. Grundlage dafür ist die Assoziation von Quelltextmodulen mit Grundfunktionen, aus denen sich Anwendungsfälle manifestieren.
Die resultierende FMEA-Datenbasis unterstützt die automatische Auswahl von Testfällen, die vor dem Einbuchen von Quelltextänderungen in die Versionsverwaltung ausgeführt werden müssen, um die Unversehrtheit des Softwareprodukts in der Anwendungsdomäne zu verifizieren. Die explizite Modellierung von Testkriterien in der Datenbasis und ihre Berücksichtigung im domänenspezifischen Testrahmenwerk reduzieren die Anzahl der auszuführenden Systemtests.
Die Methodik wird am Beispiel der Softwarewartung einer Serviceanwendung gezeigt, die auf der Softwareplattform Taurus® fußt. Im Zentrum der Werkzeugunterstützung steht mit Prometheus ein Programm, das die Dienste von Versionsverwaltung, Vorgangsverfolgung und Dateiablage abstrahiert und das Testrahmenwerk Anubis vor einem Evolutionsschritt der kontinuierlichen Integration steuert.

Dr. Markus Stulle, IFS Informationstechnik GmbH

Markus A. Stulle schloss 1990 den Studiengang „Technische Kybernetik“ an der Universität Stuttgart als Dipl.-Ing. (Univ.) ab und forschte nachfolgend an der Technischen Universität München am Lehrstuhl für Steuerungs- und Regelungstechnik als Assistent von Günther Schmidt auf dem Gebiet der ereignisdiskreten Systeme. Die Ergebnisse wurden u.a. 1996 auf dem 13th Triennial World Congress der International Federation of Automatic Control (IFAC) in San Francisco/CA präsentiert und bildeten die Grundlage für die Promotion zum Dr.-Ing. im Jahr 1998. Thema der Dissertation war die „Ereignisdiskrete Zustandsrekonstruktion auf der Grundlage objektorientierter Petri-Netz-Modelle am Beispiel flexibler Fertigungssysteme“. Dr. Stulle arbeitet seit 1999 als Geschäftsführer der IFS Informationstechnik GmbH, München. Einer der Schwerpunkte des Unternehmens sind Methoden der Softwareentwicklung auf der Grundlage kybernetischer Verfahren.