Thema: Werkzeuge für Software-QS und -Test

09:15 - 10:15 Uhr

Die Geschichte der Testautomation von RXVP bis TestBench, auf der Suche nach der Wunderwaffe

Harry Sneed, TU Dresden

Harry Sneed, der Entwickler des ersten deutschen Testwerkzeuges – Prüfstand - für Siemens im Jahre 1977, fasst in diesem Beitrag die Entwicklung der Testautomation von den Anfängen in den 70er Jahren bis zum heutigen Tag zusammen.  Er beginnt mit dem Ballistic Missile Defense Projekt der USA aus dem das Research Evaluation and Verification Package – RXVP – hervorgegangen ist und endet mit dem TestBench der Firma imbus. Dabei weist er auf das ewige Problem des Testens, nämlich eine unendliche Anzahl an Fehlern in einer endlichen Zeit zu finden, und auf die andauernde Suche der IT Industrie nach einer Wunderwaffe um jenes Problem aus der Welt zu schaffen. Dabei geht es immer um die gleichen Aufgaben, die es zu automatisieren gilt:

  • Die Ermittlung der logischen Testfälle, entweder aus der Anforderungsspezifikation, aus dem Entwurfsmodell, aus dem Source-Code oder aus den Erzählungen des Anwenders
  • Die Umsetzung der logischen Testfälle in physikalische Testfälle bezogen auf reale Datenobjekte
  • Die Generierung der Daten in jener realen Objekten, z.B. GUIs, APIs, Nachrichten, Dateien und Datenbanktabellen
  • Die Verfolgung der Abläufe durch die Testobjekte
  • Die Messung der Testüberdeckung
  • Die Validierung der  Ergebnisse in den selben Objekten
  • Die Bewertung der Produktqualität an Hand der Messdaten aus dem Test

Diese Aufgaben sind über die Jahre immer wieder mehr oder weniger gut von verschiedenen Werkzeugen automatisiert wurden, wobei man feststellen kann, dass die technischen Lösungen immer besser werden. Anderseits, bleiben auch immer die gleichen Hindernisse zur Testautomation – das Unvermögen durchschnittlicher Tester mit den überdurchschnittlich komplizierten Tools umzugehen und die Tatsache, dass je mächtiger die Werkzeuge, desto komplizierter werden sie. Allzu oft werden Testwerkzeuge von Experten für Experten entwickelt. Mächtige Testwerkzeuge setzen hohe Kenntnisse der Testtechnologie voraus, Kenntnisse die der Durchschnittstester nicht mitbringt. Zwei Lösungen zeichnen sich ab. Entweder bringen die Tester mehr Fähigkeiten mit, oder die Testwerkzeuge müssen weniger voraussetzen, also einfacher werden. Der Referent spielt beide Szenarien durch und schließt mit einem Ausblick in die Zukunft des Testens ab.

 

Harry Sneed, TU Dresden

Harry M. Sneed has a Master’s Degree in Information Sciences from the University of Maryland, 1969. He has been working in testing since 1977 when he took over the position of test manager for the Siemens IT’S project. At this time he developed the first European module test bed – PrüfStand - and founded together with Dr. Ed Miller the first commercial test laboratory in Budapest. Since then he has developed more than 20 different test tools for various environments from embedded real time systems to integrated information systems on the main frame and internet web applications. At the beginning of his career Sneed worked himself as a test project leader. Now, at the end career, he has returned to the role of a software tester for the ANECON GmbH in Vienna.

Parallel to his project work Sneed has developed some 18 software tools including 6 testing tools. He teaches software engineering at the University of Regensburg, software maintenance at the technical high school in Hagenberg, test automation at the technical high school in Vienna, and software measurement and maintenance at the universities of Dresden and Szeged. In addition, he has now written 22 books and more than 400 technical articles on all subjects of Software Engineering. The current book to be published this year together with colleagues from ANECON is on agile testing.  

In 2005 Sneed became a GI Fellow. In the same year he acted as general chair for the international software maintenance conference in Budapest. In 1996 Sneed was awarded by the IEEE for his achievements in the field of software reengineering and in 2009 he received the Stevens Award for his pioneering work in software maintenance. In the last year he was awarded the first prize for achievements in software testing from the ASQF. He has served in the steering committee of the international and European maintenance conferences. He is a member of both the Austrian and the Hungarian test boards.