Digitale Transformation – Evolution, Innovation, Disruption

16:30 - 17:15 Uhr

Anforderungen an Softwarequalität im Automobil - Erwartungen, Realität und Zukunft (Vortragssprache: Deutsch)

Laura Borchardt
Prozesswerk GmbH

Anforderungen an Softwarequalität im Automobil - Erwartungen, Realität und Zukunft

Softwarefunktionen sind unzweifelhaft die zentralen Innovationstreiber dieses Jahrhunderts und für die zentralen Wirtschaftssektoren der industrialisierten Welt nicht mehr wegzudenken. Parallel zur Vielfalt des Funktionsspektrums wächst nicht allein durch eine steigende Funktionsvernetzung oder künstliche Intelligenz die Softwarekomplexität – sie fordert, wie die Historie zeigt, kontinuierlich ihre Beherrschbarkeit heraus, was das Risiko dieses Innovationstreibers wiederholt thematisiert. So rückt erneut die lückenlose Absicherung der Softwarequalität in den Fokus, wenn nötig durch neue Methoden in Entwicklung und Test.

Dieser Beitrag fundiert diese Aussage qualitativ wie quantitativ anhand vertiefender Einblicke in Entstehung und Einsatz automobiler Softwarefunktionen, deren Zunahme derzeit besonders an Antrieb aber auch Gegenwind erfährt. Im codierten Umfang inzwischen nur wenig von mammalen Genom entfernt stellt sich Automotive Software einer für menschliche Fähigkeiten kaum noch handhabbaren Komplexität. Vor dem Hintergrund harter Rahmenbedingungen wie Sicherheitsrelevanz, Realzeitfähigkeit und gesetzlichen Vorgaben sollen für den Kunden zuverlässig modernste Funktionalitäten mit maximaler Individualisierung in kürzester Zeit zur Verfügung gestellt werden. Aus dieser Darstellung heraus resultiert der Aufruf zur Entwicklung neuartiger Methoden prozessbegleitender Qualitätssicherung für mechatronische Systeme, mit denen die für menschliche Fähigkeiten nicht mehr handhabbare Softwarekomplexität abgesichert und beherrscht werden kann.

Der Beitrag gliedert sich in folgende Kapitel:

1. Potential von Softwarefunktionen
Einleitend wird hier auf die Bedeutung von Software im Kontext der Fahrzeugentwicklung eingegangen. Dabei wird vor dem Hintergrund aktueller Trends auch der zukünftige Stellenwert sachlich belegt.

2. Herausforderung Softwarekomplexität in der (auto)mobilen Welt
Dieses Kapitel stellt prozessuale und technische Anforderungen dar, denen die Etablierung von Software im Fahrzeugumfeld unterliegt. Dabei werden Vergleiche zu anderen Branchen wie der Medizintechnik, Luft- & Raumfahrt oder Consumer Elektronik gezogen. Anhand recherchierter Daten und Auswertungen werden die Aussagen zudem anschaulich belegt.

3. Bedarf der prozessualen und methodischen Strukturveränderung
Das Kapitel fasst die derzeitige Ausgangsposition zusammen und weist auf die Lücken hin, die zwischen Theorie der Softwareentwicklung und Praxis der Fahrzeugtechnik besteht. Der aus diesen Lücken resultierende Bedarf für sowohl qualitätssichernde als auch entwicklungsbegleitende Methoden wird verdeutlicht.

4. Neue Konzepte und Ansätze
In diesem Kapitel werden Gedankenmodelle und Methodenansätze dargestellt, die dem vorangehend gestellten Bedarf begegnen.

5. Zusammenfassung
Abschließend folgt die Übersicht zum Beitragsinhalt und die Einladung zur Diskussion. Ein Literaturverzeichnis rundet den Beitrag ab.

Laura Borchardt, Prozesswerk GmbH

M.Sc. Laura Borchardt ist Consultant der Prozesswerk GmbH und hat als Produktmanagerin mechatronischer Produkte agile Entwicklungsmethoden erfolgreich eingeführt und angewandt. Zudem hat sie mehrere interdisziplinäre Beratungsprojekte in der Automobil- und Schienenverkehrsindustrie durchgeführt. Ihre Beratungsschwerpunkte liegen in den Bereichen agile Entwicklungsmethoden, Produktentwicklung, Komplexitätsmanagement und Projektorganisation.